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IMC: "Ein Fehler seit über 40 Jahren?", von Rita Marques

IMC: "Um Erro com mais de 40 Anos?", por Rita Marques

Wusstest du, dass der Body-Mass-Index (BMI), die mathematische Formel basierend auf deinem Gewicht und deiner Größe, die seit Jahrzehnten genutzt wird, um festzustellen, ob du ein Idealgewicht, Übergewicht oder Fettleibigkeit hast, eigentlich nie dafür geschaffen wurde, die individuelle Gesundheit zu bewerten?

Genau. Der BMI wurde 1832 vom Mathematiker Adolphe Quetelet entwickelt, um einen statistischen Standard der Bevölkerung zu finden – nicht, um Fettleibigkeit zu diagnostizieren oder Gesundheitsrisiken vorherzusagen! Der Fokus lag ausschließlich darauf, ein mathematisches Modell für den "durchschnittlichen Menschen" zu definieren, nicht mehr.

Wie konnte also eine für Bevölkerungsstatistiken entwickelte Formel bis heute von Ärzten und Gesundheitsexperten verwendet werden?

Obwohl der BMI jahrzehntelang ignoriert wurde, gewann er in den 1970er Jahren wieder an Bedeutung, weil man ihn als praktisches Mittel zur Bewertung von Fettleibigkeit in großen Populationen erkannte. Um 1990 wurde er von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell übernommen, da er einfach, praktisch und kostengünstig ist. Ab diesem Zeitpunkt entstanden standardisierte Tabellen, die bis heute als Hauptkriterium zur Definition von Fettleibigkeit und Gesundheitsbewertung dienen.

Das Problem?

Der menschliche Körper ist weitaus mehr als eine mathematische Rechnung. Der BMI weist große Schwächen auf:

Unterscheidet nicht zwischen Muskel und Fett → Ein Sportler kann fälschlicherweise als fettleibig eingestuft werden, nur weil er durch viel Muskelmasse mehr wiegt.

Ignoriert die Fettverteilung → Bauchfett wird nicht vom Unterhautfett unterschieden.

Misst keine metabolische Gesundheit → Menschen mit BMI im "normalen Bereich" können Entzündungen, Insulinresistenz und andere Probleme haben, während manche mit hohem BMI metabolisch gesund sind.

Praktisches Beispiel:

Stell dir einen 30-jährigen Muskelmann mit geringem Körperfettanteil vor. Laut BMI könnte er als fettleibig eingestuft werden. Analysiert man jedoch die Körperzusammensetzung und biochemische Parameter – Cholesterin, Blutzucker, Entzündungen – zeigen sich hervorragende Gesundheitswerte. Gleichzeitig kann eine andere Person mit "normalem" BMI und sitzendem Lebensstil Fettüberschuss und ein höheres Krankheitsrisiko haben.

Das große Problem des BMI: Gewicht mit Gesundheit zu verwechseln

Die gute Nachricht?

Der BMI wird zunehmend hinterfragt. Kürzlich veröffentlichte eine Expertengruppe im Fachjournal The Lancet Diabetes & Endocrinology einen Bericht, in dem neue Methoden zur Bewertung von Fettleibigkeit vorgeschlagen werden. Die Idee ist, den BMI nicht mehr als alleiniges Kriterium zu nutzen und andere relevante Faktoren wie Körperzusammensetzung, Symptome und klinische Anzeichen zu berücksichtigen.

Vorgeschlagen werden zwei neue Kategorien:

Klinische Adipositas: Übermäßiges Körperfett mit gesundheitsbezogenen Problemen wie Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Insulinresistenz.

Präklinische Adipositas: Risiko für solche Erkrankungen, aber ohne sichtbare Symptome.

Das ändert die Art, wie wir Fettleibigkeit bewerten, grundlegend. Und das ist sinnvoll! Gesundheit ist schließlich nicht nur eine Zahl auf der Waage oder eine vereinfachte mathematische Formel.

Die große Frage: Ist diese neue Klassifikation bereits in Kraft?

Noch nicht. Trotz der Herausforderungen und Schwierigkeiten, die eine solche Änderung mit sich bringen kann, halte ich es für einen wichtigen Schritt, damit Ärzte und Gesundheitsexperten eine bewusster, präziser und gerechtere Sicht auf Gewicht und Gesundheit entwickeln.

Autorin: Rita Marques:

"Mein Name ist Rita Marques. Neben einer wunderbar unperfekten Frau bin ich eine Ernährungsberaterin, die leidenschaftlich Menschen dabei hilft, Körper und Geist ins Gleichgewicht zu bringen. Meine Leidenschaft entstand aus dem Wunsch, zu verstehen, wie Lebensmittel Körper, Geist und Emotionen beeinflussen und damit unser Wohlbefinden direkt steuern. Schon früh war mein Leben geprägt von sportlicher Betätigung und einer anspruchsvollen Beziehung zu Körper und Ernährung, was in mir den Wunsch weckte, Ernährung tiefer zu erforschen. Dabei wurde mir klar, dass Ernährung weit über Zahlen oder Schönheitsideale hinausgeht, sie ist ein essenzielles Werkzeug zur ganzheitlichen Selbstfürsorge.

Heute helfe ich in meiner beruflichen Tätigkeit Menschen, eine gesündere Beziehung zu ihrem Essen und zu sich selbst aufzubauen, ihre Individualität zu respektieren und Gleichgewicht zu fördern."

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